Nichts und Niemand ist vergessen!

TafelHeute vor 74 Jahren wurden 403 Juden und Jüdinnen aus Freiburg, Breisach, Eichstetten und Ihringen im Rahmen der Wagner-Bürckel-Aktion deportiert. Die Fahrt dauerte drei Tage und vier Nächte, bis die Gefangenen schließlich am Fuße der Pyrenäen in Oloron-Sainte-Marie auf Lastwagen verladen und die meisten in das Internierungslager Gurs gebracht wurden. Schon unterwegs starben einige ältere Menschen aufgrund der Strapazen: Große Enge, unzureichende sanitäre Anlagen, Nahrungs- und Wassermangel machten die Situation unerträglich. Am 23. Oktober meldete Wagner in vorauseilendem Gehorsam nach Berlin, sein Gau sei als erster Gau des Reiches „judenrein“. Damit hatte die Verfolgung eine neue Dimension erreicht: Für die meisten bedeutete die Deportation den Tod.
Trotz Protest der französischen Vichy-Regierung bleiben die Menschen zunächst im Lager. Die unmenschlichen Bedingungen dort bewirken, dass viele schon in den ersten Wochen bzw. im Verlauf des Winters sterben. Überlebende wurden in die Konzentrations- und Vernichtungslager in den besetzten Ostgebieten, Theresienstadt und Auschwitz, deportiert und dort ermordet. Den Holocaust überlebten 77 Freiburger Juden.


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