via Antifaschistische Linke Freiburg:

Aktuelle Infos gibt es beim kurdischen Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit. In Freiburg demonstrierten am 7. Oktober bis zu 600 Menschen in Solidarität mit den Bewohnern und Kämpfer*innen im von der islamistischen Terrororganisation bedrohten kurdischen Kanton Kobanê. Der kur­di­sche Auf­bruch in Rojava gerät mehr und mehr unter Bedräng­nis, die im Wind­schat­ten des Krie­ges in Syrien auf– und aus­ge­bau­ten demo­kra­ti­schen Selbst­ver­wal­tungsstrukturen und Selbst­ver­tei­di­gungs­einheiten sind sowohl den Islamisten des IS, als auch der Tür­kei ein Dorn im Auge. Es hatte zuvor immer wie­der Berichte von Mas­sa­kern der IS an der Zivil­be­völ­ke­rung gege­ben. Anfang August hat­te der IS von Syrien aus die kur­di­schen Gebiete im Nord­irak ange­grif­fen, wo er ezi­di­sche Kur­den, Chris­ten und Turk­me­nen mas­sa­krierte. Ein­halt war dem Mor­den von der YPG und der Gue­rilla der PKK gebo­ten wor­den, die einen Ret­tungs­kor­ri­dor erkämp­fen und so Tau­sen­den Flücht­lin­gen das Leben ret­ten konnte. Dies beför­derte auch in der BRD eine Dis­kus­sion um das PKK-Verbot. Den­noch hat die Bun­des­an­walts­schaft nichts bes­se­res zu tun als im aktu­el­len Kon­flikt alte Feind­bil­der zu pfle­gen und einen Genos­sen der kur­di­schen Bewe­gung mit dem §129b ein­zu­k­nas­ten. In Rojava läuft seit dem 15.September eine Groß­of­fen­sive des IS: Der IS bela­gert von meh­re­ren Sei­ten Kobanê und beschießt die Stadt mit schwe­ren Waf­fen, greift mit Pan­zern und moder­nem Kriegs­ge­rät an. Die Angriffe der IS schei­nen nicht an Inten­si­tät ver­lo­ren zu haben und wenn­gleich ihnen von Sei­ten der YPG und YGJ unge­bro­che­ner und ent­schlos­se­ner Wider­stand ent­ge­gen schlägt, bleibt die Bedro­hung real. In der Frage nach Waf­fen­lie­fe­run­gen an die der PKK und den ihr nahe ste­hen­den Orga­ni­sa­tio­nen im Kampf gegen die weit­aus bes­ser aus­ge­rüs­te­ten Scher­gen des IS bezieht ein Mit­ar­bei­ter des Kur­di­schen Zen­trums für Öffent­lich­keits­ar­beit (Civ­aka Azad) klar Stel­lung und legt eine Posi­tion inner­halb der kur­di­schen Bewe­gung dar. Auf­grund der direk­ten und indi­rek­ten Unter­stüt­zung des IS durch die Tür­kei hat die KCK (Gemein­schaf­ten der Gesell­schaft Kur­dis­tans) den Waf­fen­still­stand mit dem tür­ki­schen Staat für erle­digt erklärt. Auf die Bedro­hung der Revo­lu­tion in Rojava  rea­giert die kur­di­sche Bewe­gung mit einer Mas­sen­mo­bi­li­sie­rung, ver­sucht den Grenz­zaun zu Kobanê ent­we­der ein­zu­rei­ßen, um aktiv an der Ver­tei­di­gung Roja­vas mit­zu­wir­ken,  oder ver­sucht an ande­rer Stelle per Men­schen­kette zu ver­hin­dern, dass wei­tere Waf­fen und ande­res Mate­rial von der Tür­kei an den IS gelie­fert wer­den und das ver­letzte IS-Kämpfer in tür­ki­schen Kran­ken­häu­sern behan­delt wer­den. Der tür­ki­sche Staat rea­giert auf die Pro­teste und Mahn­wa­chen in der Grenz­re­gion mit mas­si­ver Gewalt und nimmt auch eine Jugend­de­le­ga­tion aus der BRD ins Visier. Nach­dem die Tür­kei zuletzt durch Pla­nun­gen einer sog. „Schutz­zone“ zwei­fel­haft auf sich auf­merk­sam machte,  plant der tür­ki­sche Staat, der seit Tagen mas­siv Mili­tär in der Region und direkt an der Grenze bereit hält, die Inva­sion in Rojava. Am Don­ners­tag wurde über die Ein­rich­tung einer 30 Kilo­me­ter weit nach Syrien rei­chen­den „Puf­fer­zone“, die auch die Gebiete der kur­di­schen Revo­lu­tion umfas­sen würde, im tür­ki­schen Par­la­ment abge­stimmt. Beson­ders maka­ber: Ende März war der Mit­schnitt einer gehei­men Sit­zung im Büro des dama­li­gen Außen­mi­nis­ters und jet­zi­gen Minis­ter­prä­si­den­ten Ahmet Davu­toglu gele­akt wor­den, in dem es darum ging mit Hilfe des Geheim­diens­tes einen Vor­wand für einen Ein­marsch in Syrien selbst zu schaf­fen. So ver­wun­dern in staats­na­hen Medien lan­cierte Berichte über eine Bedro­hung des Grab­kom­plex eines Begrün­ders der Osma­nen­dy­nas­tie samt der dort auf syri­schem Gebiet sta­tio­nier­ten tür­ki­scher Wach­sol­da­ten, kei­nes­wegs. Denn gerade vor kur­zem hatte Erdoğan auf einem Gip­fel des WEF in Istan­bul erklärt: „Wir müs­sen den Kampf gegen alle Ter­ror­or­ga­ni­sa­tio­nen der Region auf­neh­men” und wei­ter „Warum steht ihr gegen­über einer Ter­ror­or­ga­ni­sa­tion wie ISIS auf aber nicht gegen die PKK, warum sagt ihr dazu nichts, warum kämpft ihr nicht gemein­sam dage­gen?“ Die derzeitige Lage in Kobanê ist extrem pre­kär. Es fin­den bereits Stra­ßen­kämpfe statt und es sind ein­zelne Fah­nen des IS im Stadt­ge­biet von Kobanê zu sehen. Katil dev­let hesap ver­ecek! (dt. etwa:  „Der Mör­der­staat wird sich ver­ant­wor­ten müs­sen!“) Aktu­ell fin­det vor dem Brüs­se­ler EU-Parlament ein Hun­ger­steik statt. Weg mit dem PKK-Verbot! Waffen für YPG/YPJ! Soli­da­ri­tät mit dem kur­di­schen Auf­bruch in Rojava!

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