Wir sind erstmal raus. Nach nunmehr rund 5 Jahren politischer Arbeit im autonomen Zentrum KTS ist für uns die Zeit gekommen Lebewohl zu sagen:

Seit längerem verengt sich der politische Horizont in der KTS Freiburg zusehends. Als Gruppe haben wir in einigen Punkten – besonders in puncto innerlinkem Pluralismus – mit anderen Gruppen & Einzelpersonen im Haus größere Differenzen. Momentan sehen wir keine Möglichkeit diese Differenzen zu überbrücken. Ein Mitgrund für diese Einschätzung sind die unseres Erachtens derzeit im Haus herrschenden politischen Machtstrukturen und informellen Hierarchien. In jüngster Zeit sind nun die Auseinandersetzungen um diese Machtstrukturen derart eskaliert – so konnte sich nicht auf einen Verzicht von Gewaltandrohungen in innerlinken Auseinandersetzungen geeinigt werden – dass wir uns entschieden haben die KTS so nicht länger mitragen zu wollen. Unsere Konsequenz lautet dementprechend unsere Mitarbeit in der KTS-Struktur vorerst zu beenden.

Wir sind uns vollständig im Klaren darüber, dass linke Räume in der bestehenden Gesellschaft niemals frei von Machtstrukturen sein werden. Aber ohne einen Mindeststandard an politischer Diskussionskultur erweist sich politische Arbeit und Debatte als schwer bis unmöglich. Den Anspruch, eine Alternative zu kommerziellen und vermeintlich “bürgerlichen” Einrichtungen zu bieten, erfüllt die KTS in mancherlei Hinsicht aktuell leider nicht.

Eine ausführliche Kritik der in der KTS herrschenden Zustände hat die “Arbeitsgruppe Kritik an der KTS” formuliert. Den Text, den wir mitverfasst und unterzeichnet haben, findet ihr hier.

Wir sehen diesen Text dabei nicht als Ende aller Debatten und letzte Wahrheit linker Geschichte. Als Debattenbeitrag wollen wir ihn an diesem Punkt dennoch dokumentieren und sind offen für Rückmeldungen aller Art.

In wie weit also ein neuerliches Einbringen in die KTS und deren politische Prozesse als Option sich darstellt, bleibt von zukünftigen Entwicklungen abhängig. Der Streit um die richtige Szene-Geschichtsschreibung wird für uns dabei vorerst nicht im Zentrum stehen. Es gibt wichtigeres.

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