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Café Anarchista: Solidarität mit Mumia Abu-Jamal
Samstag, 30. Januar 2010
07-02-2010-caf-anarchista-small.jpgNachdem die bundesweite Mumia-Info-Tour, die letztes Jahr gemeinsam von der Roten Hilfe e.V. und dem Berliner FREE MUMIA Bündnis durchgeführt wurde, an Freiburg vorbeigegangen ist, haben wir, der offene anarchistische Zusammenschluss, eine der Referentinnen am 07. Februar 2010 um 19 Uhr im Café Anarchista zu Gast. Wir zeigen Ausschnitte aus dem Film "In prison my whole life", die die Referentin um Hintergrundinfos und das Aktuellste ergänzt.

Die Referentin Annette Schiffmann aus Heidelberg sagt: "Mumia ist seit einem Jahrzehnt mein Herzensanliegen, und dieser Film ist es ganz besonders, weil ich ihn, zusammen mit meinem Bruder (Michael Schiffmann, "Wettlauf gegen den Tod - ein schwarzer Revolutionär im weißen Amerika") von Anfang an mit Recherchen und Kontakten begleitet habe."

Der Veranstaltungsort ist die KTS Freiburg, Basler Str. 103. Dort gibt es keine Parkmöglichkeiten.

Am 19.01.2010 gab der Oberste Gerichtshof der USA die seit langem erwartete Entscheidung im Fall des 1982 zum Tode verurteilten Bürgerrechtlers Mumia Abu-Jamal bekannt: er verwies den Fall an das 3. Bundesberufungsgericht in Philadelphia zurück. Dort soll die Frage, ob die Geschworenen ausreichend über die Berücksichtigung mildernder Umstände belehrt worden sind, noch einmal neu behandelt werden. Das Bundesgericht wird aufgefordert, nach diesen rechtlichen Erörterungen den Fall neu zu entscheiden: Vollzug der Todesstrafe oder lebenslange Haft.

Durch diese Entscheidung ist Zeit gewonnen worden. Mumia Abu-Jamal ist aber weiterhin zum Tode verurteilt und im Todes­trakt.

Am 9. Dezember 1981 war der Radiomoderator und Präsident der Vereinigung schwarzer Journalisten Mumia Abu-Jamal in Philadelphia von einer Polizeikugel lebensgefährlich verletzt worden, als er seinem Bruder zu Hilfe kommen wollte, der in einer Verkehrskontrolle von dem weißen Polizisten Daniel Faulkner mißhandelt wurde. Am Ende des bis heute gerichtlich nicht wirklich aufgeklärten Vorfalls lag auch der Polizeibeamte Faulkner schwerverletzt am Boden und verstarb. Sicher ist nur, dass mehrere Zeugen einen Unbekannten flüchten sahen, der offensichtlich in den Schusswechsel mit Faulkner verwickelt war.

Schon im Juli 1982 folgte das Todesurteil nach kurzem Prozess, über den die Menschenrechtsorganisation Amnesty International feststellte, dass zahlreiche Aspekte dieses Falles eindeutig gegen die internationalen Mindeststandards zur Gewährleistung eines fairen Prozesses verstoßen würden.

Nun hat die Anklagebehörde zwar insofern einen Rückschlag erlitten, als der Oberste Gerichtshof den Weg zum Henker noch nicht freigegeben hat, aber Sprecher der Staatsanwaltschaft kündigten schon an, man werde weiter auf die Hinrichtung Mumia Abu-Jamals hinarbeiten.

Die internationale Solidaritätsbewegung, die seit Monaten zu verstärkten Protesten aufruft, mobilisiert weiter. Wir bieten mit dem Café Anarchista die Basis für gemütliches Beisammensein und die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen, uns zu vernetzen und den Anarchismus ein wenig zu leben. Beispielsweise könnten wir heute beginnen, uns zu überlegen, wie wir uns in Freiburg und Umgebung an der Solibewegung für die Freilassung von Mumia beteiligen wollen.

www.mumia-hoerbuch.de

www.freedom-now.de