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Massaker in Chiapas
Dienstag, 7. Oktober 2008
Ninguna 06.10.2008 13:42

In Chiapas, genauer in Chincultik, nahe der berühmten Lagunas de Montebello, verübten lokale Polizeieinheiten ein Massaker, bei dem 6 Indigenas starben, darunter drei Verletzte, die mit einem Gnadenschuss hingerichtet wurden.

Hintergrund ist der Streit um die Nutzung der archäologischen Staette, welche von der Dorfbevölkerung vor einem Monat besetzt wurde, mit dem Argument, dass die Stätte von den Behörden vernachlässigt werde und dass die Gemeinde zuwenig von den Einnahmen erhalte. Eigentlich waren Verhandlungen mit der chiapanekischen Regierung im Gange, um den Konflikt zu lösen, die letzte Verhandlungsrunde fand am Donnerstag, 2. Oktober statt.

Doch am Freitag, 3. Oktober drangen dann mehrere hundert Polizisten (PFP und PEP, bundesstaatliche und föderale Einheiten mit Militärkommando) in die Zone ein und räumten diese. Sie drangen auch in das Dorf ein, wo sie Tränengas auch gegen die Schule einsetzten, woraufhin die Bevölkerung sich mit Stöcken und Macheten (aber ohne Schusswaffen) wehrte, 77 Polizisten gefangennahm und entwaffnete. Im Verlaufe der weiteren Eskalation gab es über 20 Schussverletzte und zwei Tote. Drei Schwerverletzte wurden von einem Bewohner eines Nachbardorfes mit seinem Auto abtransportiert, um sie ins Spital zu fahren. Die Polizeieinheiten hielten das Fahrzeug auf, töteten die drei Schwerverletzten mit einem "Gnadenschuss" und exekutierten auch den Fahrer vor den Augen seiner Ehefrau. Einem der Schwerverletzten stachen sie zudem ein Auge aus.

Dieses brutale Massaker ist im Kontext der Kriminalisierung der sozialen Bewegungen zu sehen, die sich im Rahmen der Militarisierung und der "Terrorbekämpfung" zuspitzt.

Direkte Solidarität mit Chiapas!