In Chiapas, genauer in Chincultik, nahe der berühmten Lagunas de
Montebello, verübten lokale Polizeieinheiten ein Massaker, bei dem 6
Indigenas starben, darunter drei Verletzte, die mit einem Gnadenschuss
hingerichtet wurden.
Hintergrund
ist der Streit um die Nutzung der archäologischen Staette, welche von
der Dorfbevölkerung vor einem Monat besetzt wurde, mit dem Argument,
dass die Stätte von den Behörden vernachlässigt werde und dass die
Gemeinde zuwenig von den Einnahmen erhalte. Eigentlich waren
Verhandlungen mit der chiapanekischen Regierung im Gange, um den
Konflikt zu lösen, die letzte Verhandlungsrunde fand am Donnerstag, 2.
Oktober statt.
Doch am Freitag, 3. Oktober drangen dann
mehrere hundert Polizisten (PFP und PEP, bundesstaatliche und föderale
Einheiten mit Militärkommando) in die Zone ein und räumten diese. Sie drangen auch in das Dorf ein, wo sie Tränengas auch gegen die Schule
einsetzten, woraufhin die Bevölkerung sich mit Stöcken und Macheten
(aber ohne Schusswaffen) wehrte, 77 Polizisten gefangennahm und
entwaffnete. Im Verlaufe der weiteren Eskalation gab es über 20
Schussverletzte und zwei Tote. Drei Schwerverletzte wurden von einem
Bewohner eines Nachbardorfes mit seinem Auto abtransportiert, um sie
ins Spital zu fahren. Die Polizeieinheiten hielten das Fahrzeug auf,
töteten die drei Schwerverletzten mit einem "Gnadenschuss" und
exekutierten auch den Fahrer vor den Augen seiner Ehefrau. Einem der
Schwerverletzten stachen sie zudem ein Auge aus.
Dieses
brutale Massaker ist im Kontext der Kriminalisierung der sozialen
Bewegungen zu sehen, die sich im Rahmen der Militarisierung und der
"Terrorbekämpfung" zuspitzt.